05.06.2009
Die Prophezeiung
Teil 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6


Ralph, Ferols junger Lehrling, gab den Befehl vorzurücken, der von einem Trompeter, welcher einen lauten und klaren klagenden Ton in der Luft ertönen ließ, signalisiert wurde. Die Ligakavallerie trennte sich von der Gruppe und donnerte der dunklen Armee entgegen - hinter ihnen marschierte flott die Infanterie. Ihre Schilde waren gehoben um jede Reihe von Zaubern abzuwehren, die ihnen entgegen geschleudert wurde. Während die Zauber schwirrten, hatten die Verdammten große Schwierigkeiten, ihre Zaubereien gegen die gallopierenden Reiter anzuvisieren, aber trotzdem fand genug Magie ihr Ziel um durch die Führung der Kavallerie zu brechen und ein Drittel ihrer Reiter zu bezwingen, bevor sie den Zauberern zu nahe kamen.

Die Infanterie der Liga öffnete ihre Reihen um die nun fliehende Kavallerie durchzulassen und das Schlusslicht zu bilden, während sie so schnell weiterjagten, dass die Magier der Verdammten nicht aufhörten, eine weitere tödliche Barriere zu verlieren, daher ¬drehten sie ab und lösten sich geschwind hinter den Reihen der Flanken ihrer Dämonenverbündeten auf. Da er nicht so lange warten wollte, brüllte der Herr des Chaos auf und die Dämonensoldaten stürmten voran um mit einem heulenden, kreischenden Schrei auf die Liga zu treffen. Die beiden Armeen stießen zu Fuß zusammen und während sie wild kämpften, beschworen die Kampfmagier und Verdammten einen Zauberspruch nach dem anderen, Pfeile wurden von beiden Seiten über den Köpfen ihrer Waffengefährten in Salven abgefeuert und sanken mit blutiger Endgültigkeit in die Körper ihrer Feinde. Auf beiden Seiten fielen die Kämpfer reihenweise, Blut klatsche auf das Feld und vermischte das Wundsekret der Verfaulten mit dem ihrer Verbündeten… es lag auf der Hand in dieser Schlacht, dass die Liga wie Weizen abgemäht wurde, während die Verdammten kleinere Verluste erlitten.

Die Zwerg-, Ork- und Menschenkrieger in der ganzen Mitte fielen langsam oder wurden vom Ansturm des irren Ulthring und des Herren des Chaos zurückgedrängt. Sie hinterließen einen Hügel der Toten oder Sterbenden in ihrem Nachlauf. Während die beiden ihren Vorteil weiter aufdrängten, bließ eine Trompete der Liga einen verzweifelten Ton in die Schlacht und der gesamte Trupp der schweren Infanterie wendete und floh mit vollem Tempo. Da er spürte, dass er bereits gewonnen hatte, folgte der irre Ulthring dem Angriff des Herren des Chaos, während sie die fliehenden Krieger verfolgten wie Katzen Mäuse jagten. In diesem Augenblick schnappte die sorgfältig zeitlich abgepasste Falle von jenen zu, die das Spiel bis zu diesem Punkt gepielt hatten… Sie hatten so viel verloren, aber die Hoffnung wuchs, als sie sahen, wie ihre Elitekrieger von jeder Flanke sich plötzlich hinter den beiden Anführern zusammenschlossen und vereitelten, dass ihre dämonischen Verbündeten und Zauberer ihnen folgten.

Plötzlich schien es, dass die fliehenden Truppen einen sorgfältig choreographierten und geordneten Rückzug machten und mitnichten eine blutige, gefürchtete Niederlage. Das wurde klarer dadurch, dass sie ihre Formation öffneten, um die Anführer der Liga und ihre gallopierenden, donnernden Pferde durchzulassen, während sie einen Keil von 200 Männern absicherten, der genau den Anführern der Verdammten in einem großen Tempo entgegen hielt. Der Herr des Chaos brüllte einfach nur vor Freude, in seinem verdorbenen Herzen wusste er, dass das kein Gegenstück für ihn und den Zauberer an seiner Seite war- also ließ er sie kommen in dem Wissen, dass sie unter seinen Ebenholzfüßen zerquetscht wurden. Dann würden seine Dämonen die dünne Linie zwischen ihm auseinanderreißen und in einer Sekunde wäre alles vorbei. Seine Augen brannten wild…

Ralph, Ferols Lehrling, wählte diesen Moment, um die mächtige unsichtbare Magie zu brechen, die ihn die Zeit über versteckt gehalten hatte und zielte mit seinem Langbogen auf den Zauberer Ulthring… der Pfeil schoss vom Bogen und die Zeit schien sich in einen einzigen kurzen Augenblick zu pressen. Der Pfeil durchbohrte das linke Auge des Zauberers und der Schuss war so heftig, dass er das Auge teilte und sich bis zur Rückseite des Helmes des Magiers durchplügte und in einem blutdurchtränkten roten Strom wieder auftauchte. Chaos hatte keine Zeit auf die Attacke auf seinen nun schreienden unnatürlichen Verbündeten zu reagieren… denn die Anführer der Liga waren fast an ihm dran und als die zweihundert Mann starke Kavallerie vorbeiritt, um die Reihen gegen die Dämonen hinter ihm zu schließen, lenkten Go-Dar und Ulf Twohuts Speere in den Körper der dunklen Kreatur. Er entgegnete ihnen mit einem Gebrüll der Verachtung und streckte seine mächtigen Hände aus, um die Speere wie verfaultes Holz zu zerbrechen- dann schloss er die gleichen Hände um ihre Hälse, um sie wie Kirschen von ihren Trägern zu pflücken. Es gab ein ekelerregendes Geräusch brechender Knochen und beide wurden zu Boden geschleudert…leblos.

Jemthorn von den Elfen schlug seine Kriegsaxt in Chaos‘ Schädel und sie verfing sich mit einem die Knochen erschütternden Knirschen, aber ohne, dass er verletzt zu sein schien, riss der schwarze Schatten den Arm des Elfen sauber aus seinem Gelenk begleitet von einem Spritzstrahl glucksenden Blutes. Der Herrscher dieser Schlacht war das Gemetzel, als Zakx in die schwarzen Finger des Chaosherrschers fiel, die er in seinen Schädel eintrieb wie einen Krummdolch… er taumelte rückwärts und fiel zu Boden. Herzog Dylan Ferol sprang von seinem Pferd und versuchte, mit Chaos zu ringen, der den Mann packte, in dem er seine beiden Arme hielt, den Kopf zur Seite kippte und ihn dann zu Boden schlug- er brach dabei seinen Rücken, drehte ihm um und zerquetsche seine Brust, als würde er einen schon benutzten Blasebalg zusammentreten… er starb Blut spuckend.

Als sie das sah, versuchte Grondtha vom Volk der Echsendem Herzog zur Hilfe zu eilen, aber sie kam dabei um, als Chaos sie mit einen schrecklichen Tritt beharkte, als er sich umdrehte. Ihre Hände wanderten zu ihrem Darm und sie versuchte den Strom Blut und Gallensaft zu stillen, als sie neben Jemthorns von den Elfen blasse, blutleere Leiche fiel. Die Anführer der Liga lagen im Sterben und hatten im Ausgleich zu Chaos ihm nicht einen einzigen Schrei des Schmerzes entlocken können.

Als er das sah, schüttelte Ruben Ferol traurig seinen Kopf und knirschte mit seinen Zähnen, er sah, wie der Dämonenkönig Jemthorns Axt von seinem Kopf riss und eine defensive Haltung einnahm. Ruben ritt auf ihn zu und ließ seinen Schutz im letzten Moment einfach gehen und schwang sich von seinem Pferd, das deswegen etwas rutschte. Als er auf den Herrn des Chaos zuschritt, begann der Magier zu lachen, es war ein hohles, spöttisches Lachen… Er stand vor dem Dämon und hob seine Augen trotzig. Er brauchte keine Zeit, um zu reagieren, der Herr des Chaos spreizte seine Finger und lenkte seine Hand tief in Ferols Brust, der Mann wiedersetzte sich und knirschte mit den Zähnen, während er fühlte, wie sein Körper zitterte und sich seine Augen langsam verdunkelten… sein roter Lebenssaft rauschte an ihn vorbei auf den mit Blut getränkten Boden, aber alles, was er dem Dämonenkönig gab, war ein grimmiges Lächeln, dann starb er.

Als Chaos seine Hand zurückzog und den Körper zu Boden warf, vermischte sich das ganze Blut, welches vergoßen wurde, und ein großer Ball aus weißem Licht brach nach vorn aus, versengte seine Augen und löschte die Dämonen aus, denen es gelungen war, sich loszureißen um ihren Meister zu beschützen. Schwarze Schatten wurden in der Luft zerrissen und gewaltsam von der magischen Druckwelle nach hinten geworfen… der Zauber, den die Anführer der Liga alle beschworen hatten, leuchtete nun durch diese brutale Konfrontation wie ein Fanal der Hoffnung, hob Chaos in die Luft und ihre Lebenskraft wurde in eine Opfermagie umgewandelt, die den Dämonenkönig nun durch alle vier Dimensionen drehte… und in schreiender Wut aus Pein und Qual wurde er begleitet von einer Wolke aus dunklem Rauch und fallender Asche in die Hölle zurückgeschmissen. Er verschwand mit dem Schall eines Donnerschlages.

Nicht weit entfernt, stand Ralph von der Schlacht müde und blutig über der Gestalt von dem irren Ulthring, der Magier war immer noch am Leben und der Lehrling konnte seinen Augen kaum glauben. Also streckte er die Hand hinunter, um zur nächsten Waffe, die bei ihm lag, zu greifen – das Schwert der Lügen. Der irre Zauberer schrie und krümmte sich, dann war er still, als der Lehrling mit der Schwertspitze hinunter und durch seine Kehle fuhr… der Schrei verlor sich in einem Glucksen, während schmale purpurne Rinnsäle an seinem Hals und auf den Boden herunterliefen.. sein gesundes Auge schloss sich für immer. Wie er das Schwert aus Ulthrings Kehle zog, hielt er es empor, während das Blut immer noch an der Klinge klebte, und die Dämonenarmee jagte davon und brach auseinander bei dem Anblick ihrer beiden gefallenen Anführer. Die Rassen der Liga der Sieben schlossen sich um sie und mähten sie nieder wie so viel Spreu. Es dauerte nicht lange, bis die einzige Bewegung auf dem Schlachtfeld der Verfall war, der sich an den Toten ergötzte…während die Banner träge flatterten und das Blut durchsickerte, blieb eine kurze, unheilvolle Stille. Im Lager der Liga herrschte eine Stimmung des Jubels und der Freude, während die, die übrig geblieben waren, alle Waffen, die sie nehmen konnten, packten, entschlossen, nicht einen einzigen Dämon oder Magier das Feld am Leben verlassen und ins Unbekannte fliehen zu lassen. Dennoch spielte der Wind träge mit der Zelttür von Ruben Ferols Zelt und ließ die Ecken eines Pergamentes flattern, das auf dem Holztisch lag… nicht der letzte Wille und das Testament eines dem Untergang geweihten Mannes, aber eine prophetische Warnung… Worte eines Traumes- drei Tage zuvor geträumt, bevor er sein eigenes Leben opferte, um viele andere zu retten.

Drei Elemente sind notwendig um zur wahren Göttlichkeit zu werden.
Eins: Beschwörung, Segnung und Aufopferung
Der Göttliche Eine wird einen Beschützer haben, der ihn begleitet.
Der Göttliche Eine wird auf den Pfaden des Todes wandeln.
Der Göttliche Eine wird Visionen haben, die vom Land der Toten gesandt wurden.
Der Göttliche Eine hat die Macht, die Welt zu retten oder sie zu zerstören.

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